In der Fachsprache der Materialwissenschaften werden Versetzungen als Liniendefekte in der Kristallstruktur eines Materials definiert. Die Bindungen um die Versetzung herum sind durch den Defekt im Vergleich zu den Bindungen zwischen den Bestandteilen des regulären Kristallgitters bereits elastisch beansprucht. Daher brechen diese Bindungen bei relativ geringeren Spannungen, was zu plastischer Verformung führt.
Die gespannten Bindungen um eine Versetzung herum sind gekennzeichnet durch GitterDehnungsfelder. Beispielsweise gibt es druckgespannte Bindungen direkt neben einer Randversetzung und zuggespannte Bindungen jenseits des Endes einer Randversetzung. Diese bilden Druckspannungsfelder bzw. Zugspannungsfelder. Spannungsfelder sind analog zuelektrische Felderin gewisser Weise. Insbesondere gehorchen die Spannungsfelder von Versetzungen ähnlichen Gesetzen der Anziehung und Abstoßung; um die Gesamtspannung zu reduzieren, werden Druckspannungen von Zugspannungen angezogen und umgekehrt.
Das sichtbare (makroskopisch) Ergebnisse der plastischen Verformung sind das Ergebnis vonmikroskopischVersetzungsbewegung. Beispielsweise wird die Dehnung einer Stahlstange in einem Zugprüfgerät durch eine Versetzungsbewegung auf atomarer Ebene ausgeglichen.





