Mit dem Aufkommen der industriellen Fertigung fand die Extrusion neben den bereits bekannten Anwendungen in der Kunststoff- und Metallverarbeitung auch Anwendung in der Lebensmittelverarbeitung von Fertiggerichten und Snacks. Produkte wie bestimmte Nudeln, viele Frühstückszerealien, vorgefertigter Keksteig, einige Pommes Frites, bestimmte Babynahrung, trockenes oder halbfeuchtes Tierfutter und verzehrfertige Snacks werden meist durch Extrusion hergestellt. Sie wird auch zur Herstellung modifizierter Stärke und zur Pelletierung von Tierfutter verwendet.
Im Allgemeinen wird die Hochtemperaturextrusion zur Herstellung verzehrfertiger Snacks verwendet, während die Kaltextrusion zur Herstellung von Nudeln und ähnlichen Produkten verwendet wird, die später gekocht und verzehrt werden sollen. Die verarbeiteten Produkte haben einen geringen Feuchtigkeitsgehalt und sind daher deutlich länger haltbar. Sie bieten den Verbrauchern Abwechslung und Komfort.
Beim Extrusionsverfahren werden die Rohstoffe zunächst auf die richtige Partikelgröße gemahlen. Die trockene Mischung wird durch einen Vorkonditionierer geleitet, in den weitere Zutaten gegeben werden können, und Dampf wird eingespritzt, um den Kochvorgang zu starten. Die vorkonditionierte Mischung wird dann durch einen Extruder geleitet, wo sie durch eine Düse gepresst und auf die gewünschte Länge geschnitten wird. Der Kochvorgang findet im Extruder statt, wo das Produkt aufgrund des erzeugten Drucks (10–20 Bar) seine eigene Reibung und Wärme erzeugt. Die wichtigsten unabhängigen Parameter beim Extrusionskochen sind Förderleistung, Partikelgröße des Rohstoffs, Zylindertemperatur, Schneckendrehzahl und Feuchtigkeitsgehalt. Der Extrusionsprozess kann je nach Eingaben und Parametern sowohl eine Proteindenaturierung als auch eine Stärkeverkleisterung bewirken. Manchmal wird ein Katalysator verwendet, beispielsweise bei der Herstellung texturierter Pflanzenproteine (TVP).





